Wintertour zur Landsberger Hütte

Nicht nur in den Zentralalpen, sondern auch in den Allgäuer Alpen bieten sich mehrtägige Wintertouren mit Übernachtung auf Alpenvereinshütten an. 4 Mitglieder wollten dies am Faschingswochenende unter Beweis stellen. Ziel war die Landsberger Hütte im Tannheimer Tal, sowie die Gipfel um die Hütte - je nach Wetter- und Lawinenlage, wie es so schön heißt.

Trotz Reiseverkehr erreichten wir früh den Parkplatz am Haldensee und begannen mit dem Aufstieg zur Hütte. Zunächst geht dieser gemächlich ins Stindental, vorbei an Edenbach- und Strindenalpe. Nach gut 2 Stunden und ca 800 Höhenmetern ist die Strindenscharte erreicht. Von hier liese sich dann die Sulzspitze noch besteigen, auf Grund des langen Hüttenzustieges verzichteten wir jedoch darauf. Wir querten entlang der Südhänge die Sulzspitze bis hinüber zur Schochenspitze. Leider war der Südhang komplett freigeblasen, so dass wir den Gipfelaufstieg ohne Schneeschuhe in Angriff nahmen. Nach der Gipfelrast erfolgte der Abstieg zur Landsberger Hütte. Nachdem die Türe des Winterraums vom Schnee befreit war, begannen wir sofort mit dem Feuer machen. Nach gut 30 Minuten hatte sich der dichte Rauch in Küche und Lager verzogen und das Feuer brannte. Währenddessen hatten die Mädels Wasser geholt und schon konnte Tee gekocht werden. Nachdem wir uns etwas gestärkt hatten, wagten sich zwei von uns noch an den Aufstieg auf die Rote Spitze. Bei einem herrlichen Sonnenuntergang standen wir am Gipfel, allerdings machten sich dort oben die Vorboten des Sturms schon bemerkbar. Wieder im Winterraum angekommen mussten wir feststellen, dass dieser inzwischen komplett belegt war und so musste man sich das Lager mit insgesamt 12 Personen teilen. Viel mehr Leute hätten auch nicht Platz gefunden. Am nächsten Morgen hatte sich das Wetter drastisch verschlechtert. Der angekündigte Sturm war schneller herangezogen als erwartet. Der Aufstieg zur Scharte unterhalb der Schochenspitze gestaltete sich im Orkan schwierig. Immer wieder mussten wir auf die Knie, damit der Wind uns nicht umbläst. Nur mit größter Mühe konnten wir ein steiles Schneefeld -fast krabbelnd- überqueren. Nach der Querung hinüber zur Strindenscharte beruhigte sich das Wetter etwas und man konnte müde und inzwischen etwas ausgelaugt den Abstieg erfolgreich fortsetzen. Alle waren am Ende froh, diese abenteurliche Ausfahrt mit vielen tollen Erlebnissen und netten Leuten überstanden zu haben.

Bericht und Bilder: Thomas Trenc