Klettersteigwochenende am Achensee

Pokern mit dem Wettergott: Ein Klettersteigwochenende am Achensee.
Klettersteiggeher mögen keinen Regen - und schon gar kein Gewitter!

Eigentlich war für unser Klettersteigwochenende am Achensee (Rofan) auch ganz nettes Sommerwetter angesagt. Doch als wir uns zwischen Karwendel und Rofan durchquetschen, ist in Maurach der Himmel eher bewölkt. Wir fahren runter ins Inntal und zum Klettersteig am Reintalersee. Kaum steigen wir die steilen Serpentinen zum Einstieg empor, da kommt die liebe Sonne raus und zeigt uns, dass sie heute auch recht warm brutzeln kann. Naja, lange wollten wir uns sowieso nicht in der E-Variante aufhalten. Zurück am Auto ist Zeit für eine gemütliche Vesperpause. Als wir dann weiterfahren, steht schon der nächste Parker bereit und refinanziert unser Tages-Park-Ticket, als ein Regenguss nieder geht, das der gesamte Parkplatz wahrscheinlich im Nu leer ist.
In Maurach ist noch alles trocken. Beim Zustieg zum Klettersteig am Dafalzer Wasserfall haben wir wieder prächtiges, armes Wetter. Doch kaum sind wir eingestiegen, geht der nächste Regen runter. Doch dank der überhängenden Dachzone, unter der wir uns befinden, fällt alles Wasser an uns vorbei. Pünktlich zum Ausstieg und Abstieg lacht die Sonne nieder.
Für den Abend und die Nacht scheint der Wettergott sich geschlagen gegeben zu haben. Dafür rächt er sich und schickt statt des vorhergesagten Sonnenwetters am Vormittag erst mal ein Frühstücksgewitter vorbei. Mit 1,5 Stunden Verspätung fliegen wir mit der Seilbahn ins Rofan empor und sind gespannt, wie viele des 5-Gipfel-Klettersteiges wir machen können. Schon beim zweiten Gipfel, der mit dem längsten Steig, ziehen dunkle Wolken heran. Was sich noch alles bildet sehen wir nicht, da wir auf der falschen Bergseite klettern. Doch bis wir oben sind, ist alles weg gezogen. So können wir noch alle Gipfel abgrasen und genießen ein Bierchen auf einer der Almterrassen. Bei der Talfahrt sehen wir eine Blechkaravane heimwärts stehen, an dessen Ursprung ein heftiger Unfall stattgefunden hat. Dann doch leiber das schöne Wettern nochmal strapazieren und gemütliche eine Pizza auf der Restaurant-Terrasse genießen. Aber das war dann doch zu viel für den Wettergott - die halbe Heimfahrt (der Stau hat sich aufgelöst) lässt er seinem Zorn freien Lauf.

Bilder und Text: Wulf Henke